Osteoporose

Osteoporose, im Volksmund auch „Knochenschwund“ genannt, ist eine stille und umfassende Erkrankung des Skeletts. Knochenmasse wird schleichend abgebaut, nach und nach auch die Knochenarchitektur zerstört.
Durch diesen Knochenschwund resultiert eine erhöhte Knochenbrüchigkeit mit teils  erheblicher Verformung der Wirbelsäule und nachfolgenden chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkung.

Osteoporose muss aber kein Schicksal sein.

Knochen leben, bauen sich um, verändern sich, passen sich den Belastungen an. Bis zum 25. Lebensjahr überwiegt der Knochenaufbau. Die Knochenmasse erreicht dann ihren Höhepunkt. Hierfür sind die knochenaufbauenden Zellen, die Osteoblasten, zuständig. Im jungen Erwachsenalter sind die knochenaufbauenden und –abbauenden Zellen (Osteoklasten) im Gleichgewicht. Durch den Alterungsprozess, mangelnde Aktivität, einseitige Ernährung, Genussmittel, Erkrankungen und Nebenwirkungen von Medikamenten verschiebt sich dieses Gleichgewicht in Richtung Knochenabbau, kann es zu einem vermehrten Knochensubstanzverlust und damit zur Osteoporose kommen.

Täglich werden über Verdauung, Haut und Haare ca. 300 mg Kalzium ausgeschieden. Ersetzen Sie diesen Verlust nicht durch Nahrung oder Tabletten, so löst sich Kalzium aus Ihrem Knochen und Ihr Körper kann in einem Jahr bis zu 10 % seiner Knochenmasse verlieren. Deshalb sollte man täglich insgesamt ca. 1000 bis 1500 mg Kalzium aufnehmen und Kalziumräuber vermeiden.

Kalzium-Spender

  • Milch und Milchprodukte (Käse, Joghurt, Buttermilch)
  • Gemüse
  • Küchenkräuter, Sesam
  • Kalziumreiches Mineralwasser oder - angereicherte Fruchtsäfte
  • Eigelb

Kalzium-Räuber (bilden unlösliche Komplexe)

  • Phosphate  v.a. in Cola, Limo, Fertigprodukten, Schmelzkäse, Hefe, Wurst
  • Oxalsäure v.a. Spinat, Rhabarber, Rote Beete, Sauerampfer, Mangold
  • Schokolade, Kakao, Nüsse, manche Teesorten
Dr. med. Martin Böhringer Facharzt für Orthopädie - 91074 Herzogenaurach
Diese Bilder zeigen, wie sich durch Knochenschwund eine krankhaft gesteigerte Porosität des Knochens (Osteoporose) entwickelt.


Dr. med. Martin Böhringer Facharzt für Orthopädie - 91074 Herzogenaurach
Dr. med. Martin Böhringer Facharzt für Orthopädie - 91074 Herzogenaurach Normale und osteoporotische Knochenarchitektur

Osteologe der DVO

Der wissenschaftliche Dachverband Osteologie (DVO) ist der interdisziplinäre Zusammenschluss aller wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich mit den Erkrankungen des Knochens befassen. Der DVO zertifiziert Ärztinnen und Ärzte , die sich nachweislich in Klinik oder Praxis schwerpunktmäßig der Versorgung von Patienten mit osteologischen Erkrankungen widmen und in besonderer Weise Erfahrungen in der Osteologie gesammelt haben.
Als zertifizierter Osteologe der (DVO) können Sie sich von uns Ihr individuelles Risiko, an Osteoporose zu erkranken, beurteilen, Vermeidungsstategien erläutern oder ggf.  Ihre Osteoporose leitliniengerecht behandeln lassen. DVO-Zertifikat Dr. Böhringer
Auch unsere Mitarbeiterinnen sind DVO-fortgebildet und qualifiziert.

Osteoporose-Check

Zur Beurteilung des individuellen Risikos können Sie diesen Osteoporose-Check auszudrucken und uns ausgefüllt in der Praxis vorlegen.

Wenn Sie bei uns eine Knochendichtemessung durchführen lassen möchten, können Sie diesen Osteoporose-Risikofragebogen mit Einverständnis zur Knochendichtemessung erhalten, bereits vorab ausfüllen und mitbringen.


Knochendichtemessung DXA

Zu einer DXA-Knochendichtemessung ist bei uns keine Vorbereitung nötig.
Die Untersuchung erfolgt im Liegen an der Lendenwirbelsäule und den Hüftgelenken. Das Ergebnis wird mit der Normalverteilungskurve eines gesunden Bevölkerungskollektives verglichen.

Die WHO hat die Kriterien für die Diagnose der Osteoporose festgelegt, basierend auf der Knochenmineraldichte. Diese wird mittels einer Röntgenuntersuchung gemessen, der sog. Doppelenergie-Röntgenabsorptiometrie, kurz DXA (Dual Energy X-Ray Absorptiometry)
Die Beurteilung der Knochendichte ist als Ausgangspunkt und Verlaufsgröße, insbesondere bei medikamentöser Therapie, ein sehr wichtiger, aber nicht der einzige bestimmende Faktor der Knochenfestigkeit.

Waren Sie schon bei uns oder Dr. Paulus zur Knochendichtebestimmung, so können wir Ihre abgespeicherte(n) Voruntersuchung(en) direkt mit den neuen Daten vergleichen.
Indem wir dann Ihre gesamte Knochendichteentwicklung zusätzlich auch grafisch darstellen, können wir einen Trend ermitteln, hierdurch die Wirksamkeit Ihrer bisherigen Behandlung überprüfen und eine nachvollziehbare Empfehlung zu weiteren Maßnahme abgeben.


Wenn Sie möchten, können Sie hier einen Osteoporose-Risikofragebogen mit Einverständnis zur Knochendichtemessung erhalten, bereits vorab ausfüllen und mitbringen.

Dr. med. Martin Böhringer Facharzt für Orthopädie - 91074 Herzogenaurach Knochenbälkchen mit Grenzlamelle, digitalisiert

Risikofaktoren

Neben der geringen Knochendichte gibt es weitere Risikofaktoren, die das Frakturrisiko beeinflussen:
Mangelnde Bewegung, Sturzrisiko, weibliches Geschlecht, Alter, verfrühte Menopause, geringes Körpergewicht, Kortison- und Antiepileptikabehandlung, familiäre Vorbelastung, Rauchen, Alkohol, Körpergrößenverlust > 4 cm sowie Erkrankungen, die zu einer sog. "Sekundären Osteoporose" führen können.

Symptome der Osteoporose

  • chronischer Rückenschmerz
  • abnehmende Körpergröße
  • Rundrücken (sog. „Witwenbuckel“)
  • eingeschränkte Bewegungungsfreiheit
  • Knochenbrüche ohne äußere Einwirkung (sog. pathologische Frakturen)
 

Therapie

Die Therapie der Osteoporose ist so umfänglich wie die vielfältigen Ursachen der Erkrankung selbst. Bei einer altersbedingten Osteoporose sind die wichtigsten Therapiemaßnahmen: Bewegung, Sturzprophylaxe, medikamentöse Therapie (Vitamin D, kalziumreiche Ernährung, antiresorptive bzw. knochenanabole Medikamente oder Spritzen).
Außerdem gibt es Hinweise, dass Vitamin K2 in Anwesenheit von Vitamin D (durch Aktivierung von Osteokalzin) den Kalziumeinbau im Knochen unterstützt. Dies muss jedoch in weiteren Studien belegt werden.
Vitamin K findet sich in Avocados und grünem Gemüse wie Petersilie, Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl und in fermentiertem Soja (Natto). 
Bestimmte Medikamente hemmen die Blutgerinnung, indem sie den Effekt des Vitamin K in der Leber blockieren. Wer also blutgerinnungshemmende Medikamente/Cumarine nimmt, sollte möglichst ausgewogen essen und darf diese grünen Gemüse bzw. Vitamin K nicht zu sich nehmen, da sie den Tabletten entgegenwirken.
Darüberhinaus gibt es in Studien Hinweise, dass die Zufuhr von Folsäure und Vitamin B12 Einfluß auf die Senkung osteoporosebedingter Brüche nimmt. Eine sichere Kausalität ist aber nicht nachgewiesen.

Sprechen Sie uns bei Ihrem Praxisbesuch auf die für Sie notwendige Therapie an.

 

Kalzium-Rechner

Zur Vorbeugung und Behandlung einer Osteoporose gehört eine kalziumreiche Ernährung. Mit diesem Kalziumrechner können Sie Ihre tägliche Kalziumzufuhr selbst abschätzen. Zum Öffnen der Datei wird ein Tabellenkalkulationsprogramm (Excel, OpenOffice, LibrOffice 'Calc' o. ä.) benötigt.
Dr. med. Martin Böhringer Facharzt für Orthopädie - 91074 HerzogenaurachDXA-Knochendichtemessgerät für die Lendenwirbelsäule und Hüftgelenke